Buchtipp: Das Meer der Libellen

Von Pate haben die meisten Menschen noch nie etwas gehört. Pate ist eine kleine Insel vor der Küste Kenias. Hier lebt Munira mit ihrer Tochter Ayaana. Munira hat einst die Insel verlassen und ist, unverheiratet, mit dem Kind zurückgekehrt. Seitdem wird über sie getuschelt. Auch der alte Seemann Muhidin war lange Zeit fort und ist zur Insel zurückgekehrt. Auch er bietet Anlass zu Spekulationen unter den Inselbewohnern. Und dann kommt eines Tages auch noch ein Fremder aus dem fernen China, der auf der Insel nach Spuren seiner Vorfahren sucht. Die Lebenslinien dieser Menschen begegnen sich in einer spannenden Geschichte von Liebe, Leben und Tod, die viele aktuelle Themen in sich vereint. Hauptprotagonistin ist Ayaana, dem wir zunächst als neugieriges kleines Mädchen begegnen, die in Muhidin so etwas wie einen Vaterersatz sucht. Im Laufe der Geschichte begleiten wir ihre Entwicklung in eine junge Frau, die um ihre Emanzipation und gegen Vorurteile kämpft.  Es geht in diesem vielschichtigen Roman aber nicht nur um eine Familiengeschichte, sondern auch um Themen wie Migration, die Rolle Chinas in Afrika, Klimawandel und Umweltzerstörung. Diese globalen Themen werden durch die Geschichten der Begegnungen zwischen den unterschiedlichen Figuren erzählt. Die kenianische Schriftstellerin und Caine Prize Gewinnerin Yvonne Adhiambo Owuor webt Märchen und Sagen in ihrer Erzählung ein, die dem Roman etwas Magisches geben. Die mäandernde Erzählweise erschwert zu Beginn den Einstieg in die Geschichte etwas, doch ist man erst mal drin, dann mag man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, so packend ist es. Für lange Herbstabende oder als Gabe unterm Weihnachtsbaum ideal geeignet.   (ado/01.12.2020)

Yvonne Adhiambo Owuor: Das Meer der Libellen, Roman, 608 Seiten, Dumont Verlag, ET 22.09.2020, ISBN 978-3-8321-8114-7, Hardcover 24€, E-Book 19,99€ (Bitte NICHT über Amazon bestellen, sondern direkt in Ihrer Buchhandlung.)

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