Sommer-Kinotipp: Ein ganz gewöhnlicher Held.
Ein Film über Menschlichkeit und Menschenwürde

Während bei uns die Temperaturen wieder ansteigen, erzählt der Film von einer Kältewelle, und was eisige Temperaturen für Menschen ohne feste Bleibe bedeuten können.

Es ist der kälteste Winter, den die Stadt Cincinnati je erlebt hat. Wer kann, bleibt drinnen. Für obdachlose Menschen wird die Stadtbücherei zu einem Zufluchtsort. Schon bevor die öffentliche Einrichtung morgens öffnet, stehen sie Schlange. Die Räume sind beheizt, in den Toiletten kann man sich auch zur Not waschen und gratis W-Lan gibt es auch. Inzwischen kennt der Bibliothekar Stuart viele der Besucher schon beim Namen. Wo er kann, kümmert er sich um sie.

Stuart und seine Kollegin Myra ©kochfilms

Als die Temperaturen weiter sinken, die ersten Obdachlose auf den Straßen erfrieren, die Stadt keine Unterkünfte bereit stellt, und eine noch kältere Nacht angekündigt wird, beschließt eine Gruppe von Obdachlosen die Nacht in der Bibliothek zu verbringen. Unterstützung bekommen sie von Stuart und seiner jungen ökö-linken Kollegin Myra.

Die illegale Besetzung eines städtischen Raums ruft den Staatsanwalt, den Bürgermeister und die Polizei auf den Plan. Stuart wird aufgefordert, die unliebsamen Besucher aus der Bücherei zu werfen. Als er sich weigert, rückt ein martialisches Polizeiaufgebot an, um das Gebäude zu räumen.

Null Toleranz für Obdachlose. Das Räumungskommando rückt an ©kochfilms

Der Staatsanwalt rechtfertigt das harte Eingreifen mit Sprüchen, die sehr an Trump erinnern und fordert mehr Law and Order für die Stadt. Die Medien sind natürlich auch schnell mit ihren TV-Teams und Reportern vor Ort und heizen die Lage noch mehr an. Schnell machen sie aus Stuart einen Terroristen und aus obdachlose Menschen, Kriminelle.

 

Was ist Zivilcourage? Wie weit geht unser Begriff von Menschlichkeit? Sind wir bereit, bedürftige Menschen zu helfen, auch wenn es für uns unbequem wird? Das sind Fragen, die der Film aufwirft. Myra, z.B., sieht sich auf der „richtigen“ Seite– sie fährt mit dem ÖPNV, lebt vegan und macht sich Gedanken über ihr Konsumverhalten und den Klimawandel. Doch in der aufgeheizten Situation merkt sie, dass es ziemliche einfach ist, theoretisch ein Gutmensch zu sein. Sich aktiv für Benachteiligte einzusetzen erfordert dann doch mehr Mut, als sie zunächst hat.  Neben ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit ist der Film, in Zeiten in denen vielerorts öffentliche Kulturräume mangels Mittel schließen, auch ein Plädoyer für den Erhalt von öffentlichen Bibliotheken, die Orte der Begegnung und der Wissensvermittlung sind. (ado)

Regie: Emilio Estevez

Mit:  Emilio Estevez, Christian Slater, Alec Baldwin, Jena Malone, Michael Kenneth Williams, Gabrielle Union, uva.

Kinostart: 25. Juli

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