Der 8. Integrationskongress NRW fand in Solingen statt

Kein anderes Bundesland ist so von Einwanderung geprägt wie Nordrhein-Westfalen. Aber wie sieht das Zusammenleben in NRW aus? Wie ist der Zusammenhalt? Ist zusammen gewachsen, was schon so lange zusammen existiert?  Unter dem Hashtag #IchDuWirNRW im Dialog – Was uns ausmacht, was uns stark macht fand am 18. November der 8. Integrationskongress NRW in Solingen statt. Was wurde bisher erreicht? Wo wollen die Menschen in NRW gemeinsam hin? Welche Hürden gibt es dabei noch zu überwinden? Diese Fragen wurden auf dem Kongress diskutiert.

Nach einer humorvollen Einleitung in das Thema Integration von Fatih Cevikkollu, ging Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen auf ein trauriges Ereignis seiner Stadt ein, den Mordanschlag von 28. Mai 1993. Dieses Ereignis dürfe nicht vergessen werden, sagte der OB. Er lobte das Engagement der vielen Engagierten in seiner Stadt, konstatierte aber, dass viele auf ihrer Scholle blieben. Wir müssen mehr ins Gespräch kommen, wie Pluralität gelingen kann“, sagte er. Deshalb setze er das Thema Integration überall auf die Tagesordnung. Es sei vor allem wichtig, auch Menschen, die sich nicht für Pluralität interessieren, zu erreichen. Er stellte einige erschreckende Ergebnisse aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage unter Jugendliche aus Solingen vor. 52 % der Jugendlichen haben keine Ahnung, was mit Reichspogromnacht gemeint ist. 49 % sind schon mal wegen ihrer Herkunft beleidigt worden, 40 % glauben, dass Juden zu viel Einfluss haben, 37 % sagen, es gibt zu viel Muslime in Deutschland und 35 % sind mit Rechtsextremismus in Berührung gekommen. Da Solingen eine relativ repräsentative Stadt ist, sind diese Zahlen dramatisch. Der OB plädierte an alle, das Thema Vielfalt auf die Tagesordnung zu setzen, „von der Karnevalsgesellschaft bis zur Kita.“

Laut Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW ist Integration in NRW doch ziemlich gelungen. In dem Imagefilm #IchDuWirNRW wurden zugewanderte Menschen gezeigt, die als Vorbilder für eine erfolgreiche Integration stehen. Dass nur einer von ihnen von einem schlechten Erlebnis berichtete, scheint in Anbetracht der Solinger Umfrageergebnisse eher nicht repräsentative zu sein. Die Kampagne soll bewusst gegen die gängigen Bilder wirken„, meinte der Minister dazu.  In NRW gibt es ab sofort ein neues kommunales Integrationsmanagement, mit Model-Kommunen, die ihre Case-Management Fälle anderen Kommunen zur Verfügung stellen werden. Dr. Stamp erzählte, das es auch Pläne der Landesregierung gäbe, die Einbürgerung zu erleichtern, sodass Menschen schon nach 6 Jahren in NRW den Antrag stellen können, bei besonderen Verdiensten sogar schon nach 4 Jahren. Der Minister lobte den neuen NRW Bleiberechtserlass, der der Beste deutschlandweit sei, sowie die KME NRW – Koordinierungsstelle muslimisches Engagement. Auch hier ist NRW vorne, als erstes Bundesland mit einer solchen Koordinierungsstelle. Weitere gute Nachrichten aus dem Ministerium: Künftig soll es mehr Förderung für Anti-Rassismus-Arbeit geben.

Am Nachmittag fanden 4 Foren statt, die sich mit den Themen Teilhabechancen von Geduldeten, muslimisches Engagement in NRW, Diskriminierung sowie mit der NRW Teilhabe- und Integrationsstrategie 2030. Sehr ergiebig waren die Foren aber laut Aussage von vielen Teilnehmenden nicht.

Später informierte sich der Minister bei einem Gang durch den Markt der Möglichkeiten über die Arbeit verschiedener Organisationen und Gruppen in NRW. An unserem Stand ließ er sich das Projekt Faire Moschee sowie die 17 SDGs ausführlich erklären.

 

 

Im Netz

Partner

Träger der Fachstelle Empowerment und Interkulturelle Öffnung

Die Fachstelle ist Teil des Eine-Welt-Promotorinnen-Programms

In Zusammenarbeit mit dem

Gefördert von

im Auftrag des

und der Landesregierung NRW